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WOZU HUNDEPSYCHOLOGIE?
Ich kniete vor dem Aufbewahrungszwinger der Polizei und bereitete mich auf einen weiteren Ausfall des Pitbulls drinnen vor. Trotz meiner bewusst scherzhaften Begrüssung „Hallo, Bursche, braver Hund"; der 3-jährige Rüde war eindeutig nicht daran interessiert, Freundschaft zu schliessen. Er warf sich knurrend gegen den Zaun und biss in die metallene Barriere, die uns trennte. Plötzlich erinnerte ich mich an eine Unterhaltung, die ich Monate zuvor mit einem texanischen Beamten geführt hatte, der gerade ein spezielles Gehege extra für Pitbulls baute. „Die verdammten Viecher können einen Maschendrahtzaun geradewegs durchkauen,“ sagte er mir. Die Einfriedung, die mich zurzeit von 25kg knurrender Wut trennte, war nicht mit dem Gedanken an gereizte Pitbulls gebaut worden. Ich versuchte, nicht daran zu denken, während ich mit dem Test fortfuhr. "Guter Hund" - sagte ich. Aber der Hund griff wieder an. So viel zum Versuch der freundlichen Annäherung. Ich holte tief Luft und schlug einen anderen Ton an. Immer noch am Zaun kniend, lehnte ich mich etwas vor und starrte dem Hund direkt in die Augen. Ich senkte die Stimme und knurrte: “wage... es... nicht... mich... anzusehen“. Bei einer solchen Annäherung eines Fremden, die von vielen Verhaltensforschern als eine sehr milde Drohung betrachtet wird, werden freundliche Hunde typischerweise sogar noch freundlicher und unterwürfiger: Sie vermeiden Blickkontakt, wedeln mit dem Schwanz, grinsen, verbeugen sich und rollen sich auf den Rücken. Aggressive Hunde werden ungehalten. Der Pitbull drehte durch. Seine Ausfälle wurden heftiger und Speichel tropfte von seinem Kiefer, als er wie wild am Zaun riss. Sein Blick bohrte sich in meine Augen, seine Zähne waren nur ein paar Zentimeter von meinem Hals entfernt. Wieder knurrte er wütend. Ich hatte keine Zweifel daran, dass er mich in Stücke reissen würde, wenn er an mich herankommen könnte. Nur ein paar Tage zuvor war er, mit zwei anderen Pitbulls frei laufend, einem 4-jährigen Jungen an die Kehle gegangen. Ich gab nicht nach, als der Hund gegen den Zaun drückte. Dies war definitiv kein Job, den ich im Laufe meines Lebens noch viele Male tun wollte. Ich fragte mich, ob seine weiblichen Gefährtinnen in den angrenzenden Gehegen mit der gleichen Wut auf mich reagieren würden. Endlich bekam ich das Signal meines Kollegen. Dankbar stand ich auf und wich für einen Moment vom Zwinger zurück, bevor ich zur nächsten Prozedur in meiner Rolle als Testperson überging. Ich arbeitete mit dem Tierverhaltenstherapeuten einer Tierschutzorganisation zusammen, um die 3 Pitbulls zu beurteilen und zu filmen. Die Resultate unserer Einschätzung über Sozialisation und Aggressionsverhalten sollten als Beweismittel in dem Gerichtsverfahren gegen den Besitzer verwendet werden. Der Besitzer jener Pitbulls wurde schliesslich schuldig gesprochen und wegen fahrlässiger Tötung zu 5 Jahren Gefängnis verurteilt. Es war eine der ersten Verurteilungen, bei denen ein Hundebesitzer wegen unverantwortlicher Haustierhaltung inhaftiert wurde. Schlimmer kann es kaum kommen. Ein von einem Hund getötetes Kind verkörpert das grösstmögliche Versagen der Mensch-Tier-Beziehung. Des Menschen bester Freund hat unter den falschen Bedingungen das Potenzial, ein bösartiger Killer zu werden. Unfähig zwischen einem menschlichen Wesen und einem Angriffsziel zu unterscheiden. Höchstwahrscheinlich hätten sie zu angenehmen Heimtieren werden können, wenn man ihnen nur ein Minimum an grundlegender Fürsorge und Aufmerksamkeit hätte zukommen lassen. Aber selbst dann führen gute Manieren an der Leine und Gehorsam auf Kommandos nicht immer zu gutem Benehmen in der restlichen Zeit. Es ist eben nicht so einfach. Beinahe ein Drittel der Hunde, mit denen ich gearbeitet habe, sind in der Hundeschule gewesen. Durchgefallene und solche mit erfolgreichem Abschluss werden gleichermassen von ihren Trainern an mich überwiesen. Dies sind dieselben Tiere, die ihre Besitzer beissen, den ganzen Tag im Hinterhof heulen, die Einrichtungen zerstören oder aufs Sofa pinkeln. Oder sie lecken unablässig die Pfoten, drehen durch, wenn ein Gewitter kommt, oder beissen den Tierarzt usw.
Vor noch nicht all zu langer Zeit konnten die Leute nicht viel tun, um Heimtieren mit solch schweren Verhaltensproblemen zu helfen, weil niemand wusste, was zu tun sei. Obwohl Hunde bereits seit 10'000 Jahren domestiziert werden, fangen wir gerade erst an zu begreifen, was sie bewegt und wie sie lernen. Es gibt so wenig wissenschaftliche Studien über die Entwicklung von Hundeverhalten, dass viele von dem, was als „bekannt“ gilt, tatsächlich bloss Spekulation ist. Wenn Verhaltensforscher mehr darüber herausfinden, was Normales Hundeverhalten ist, werden wir und die Hundehalter besser in der Lage sein, schwierige Verhaltensprobleme zu verstehen und zu korrigieren. Am entgegengesetzten Ende des Spektrums stehen Hunde,
die Blinde führen, Epileptiker vor bevorstehenden Anfällen warnen, Such-
und Rettungseinsätze durchführen und in ihrer Entwicklung gestörten
Menschen helfen, ihre feinmotorischen Fähigkeiten zu verbessern. Es gibt
Hunde, die Häftlinge in Verantwortlichkeit und Fürsorge für andere
Lebewesen schulen, die die Tage von Menschen in Pflegeheimen aufhellen und
Polizei und Feuerwehr bei kritischen und gefährlichen Einsätzen helfen. VERSTEHE DEINEN HUNDFreundschaft zwischen Haushund und Mensch kann ein ganz besonderer Teil des Lebens sein. In ihrem Wesen sind Hunde nicht so anspruchsvoll und kompliziert wie Menschen, wenn auch jeder Hund ein Individuum mit eigenen Gedanken und eigener Persönlichkeit ist. Je mehr man darüber lernt, wie ein Hund überhaupt „funktioniert“, desto mehr kann man eine Freundschaft vertiefen. Wir müssen beispielsweise wissen, welches Verhalten des Hundes auf Instinkten beruht, welches auf Gefühlen wie Angst, Einsamkeit und Aggression. Warum wedeln Hunde mit dem Schwanz, warum bellen und beissen sie, warum jagen sie Katzen? Die Gründe für ihr Verhalten zu erkennen - so schwierig das manchmal auch sein kann, bringt uns Schritt für Schritt dazu, unseren Hund besser zu verstehen und das verbessert das Zusammenleben zwischen uns und dem Hund. Viele Leute fragen mich um Rat....Der Hund sei kompliziert und verhalte sich falsch... was tun? Nicht der Hund verhält sich falsch!- WIR SIND ES!!!!!! Was haben wir falsch gemacht? Und vor allem- wie können wir es ändern? Erst wenn wir die Psyche des Hundes verstehen, können wir es ändern. Ein wenig Literatur kann also nicht schaden.
Mein Tip: Tellington Touch ist eine effektive Art die Beziehung und das Vertrauen zwischen Mensch und Hund zu stärken. Mit dieser sanften Bewegung können sie mit wenig Aufwand Grossartiges erreichen. Kontakt: hier klicken.... und wenn das auch nicht weiterhilft....
ETHO KOMMUNIKATION ELSENER Tierpsychologische Beratungsstelle Frau Gabi Elsener
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