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Wie gesund macht mich mein Hund?

Dem Hund die nötige Bewegung verschaffen - und dabei die Natur geniessen, Ärger abbauen oder neue Pläne schmieden: Der tägliche Spaziergang erfüllt viele Funktionen. Wer zügig marschiert, fördert nebenbei auch noch seine Gesundheit.

 

 

Prominente Hundehalter machen es vor: Bundesrat Samuel Schmid geht regelmässig frühmorgens vor der Arbeit mit seiner Dogge «Lara» und der Schäferhündin «Burga» spazieren. Auch TV-Moderatorin Monika Fasnacht ist mit ihrem Sennenhund-Mischling «Simba» mehrmals täglich unterwegs. Und Patricia Boser, die «Kupplerin der Nation», geniesst Spaziergänge in Begleitung ihres West-Highland- White-Terriers «Balou». Damit bewegen sich Schmid, Fasnacht und Boser bereits mehr als der Durchschnitt der Schweizer Bevölkerung. Die letzte Gesundheitsbefragung des Bundesamtes für Statistik hat nämlich ergeben, dass nur gerade etwa ein Drittel der Bevölkerung dreimal und mehr pro Woche körperlich aktiv ist, bei den restlichen zwei Dritteln ist dies weniger oft oder gar nicht der Fall.

Gesunder Abendmarsch

Dabei wären nicht einmal grosse Anstrengungen nötig: Gute Noten erhält diesbezüglich zum Beispiel das ganz gewöhnliche Spazierengehen. Ueli Schweizer, eidg. dipl. Turn- und Sportlehrer und Leiter der Sportmedizin und Leistungsdiagnostik an der Klinik ‚Gut’ in St. Moritz, hat kürzlich im Magazin «Gesundheit-Sprechstunde» verlauten lassen, «dass der gute alte Abendspaziergang eines der besten Mittel zur Förderung der Gesundheit ist.» Spazieren, so Schweizer, sei «aktive Regeneration»: Die während des Tages durch Stress und Hektik angesammelten schädlichen Stoffe im Körper wie Laktat, Cortison und Adrenalin würden beim Abendspaziergang von 45 bis 60 Minuten abgebaut. Bei welchem Tempo? «Das ist individuell verschieden. Als Faustregel gilt jedoch, dass man sich beim Spazieren noch unterhalten können sollte, ohne dabei ausser Atem zu geraten. » 

Soll das jetzt heissen, dass Hundehalter, die gewissenhaft und regelmässig mit ihrem Vierbeiner spazieren gehen, gesünder leben als Nicht-Hundehalter? Für Matteo Rossetto, Sportmediziner mit eigener Praxis in Basel, ist dies eine Pauschal-Aussage, die man so nicht im Raum stehen lassen könne: „Es gibt viele Personen, die sich auch ohne Hund genüngend Bewegung verschaffen“. Zudem gebe es selbst unter Hundehaltern Bewegungsmuffel: „Die Frage ist, wie man den Begriff ‚Spaziergang’ definiert: Wer bloss von Bank zu Bank schlendert, dazwischen immer wieder stehen bleibt und sich mit anderen Hundehaltern unterhält oder seinem Hund Stückchen wirft, der mag zwar etwas für seine Erholung und das Wohlbefinden des Hundes tun – von einem gesundheitlichen Profit kann jedoch nicht die Rede sein“, sagt Rossetto.

Ein solcher Profit trete erst dann ein , „wenn man mindestens dreimal pro Woche oder noch besser täglich mindestens eine Studne oder länger ohne Unterbrechun gin zügigem Tempo maschiert“, so Rotssetto. Dauer, Regelmässigkeit und Intensität der Spaziergänge spielen also eine entscheidende Rolle. Denn: Dadurch wird das Herz-Kreislauf-System gestärkt sowie die Gefahr von Blutdruck- und Herzproblemen vermindert. Herzprobleme - wie Schwächen oder Durchblutungsstörungen - gelten in unseren Breitengraden als häufigste Todesursache überhaupt. «Der regelmässige Hundespaziergang wirkt sich vor allem auf die Gesundheit von älteren und untrainierten Leuten aus. Was jetzt aber nicht heissen soll, dass man sich nur um der Gesundheit willen einen Hund anschafft, weil man nicht alIeine spazieren gehen will», betont Rossetto. Womit er natürlich nicht unrecht hat.

Wie profitiert der Hund?

Und welchen gesundheitlichen Nutzen zieht der Hund aus dem Spaziergang? «Grundsätzlich den gleichen wie der Mensch: Durch regelmässige Bewegung werden sowohl das Herz-Kreislauf-System als auch der Bewegungsapparat gestärkt», sagt Tierarzt Daniel Hofer, der bei Hunde-Ausdauerprüfungen als Richter fungiert. Daneben erfülle der Spaziergang für den Hund natürlich noch andere, ebenso wichtige Funktionen - wie die Begegnung mit Artgenossen oder das Erkunden fremder Duftmarken und Reviere. Für Hofer stellt ein einstündiger Spaziergang pro Tag denn auch das absolute Minimum an Bewegung dar. «Für einen gesunden Hund, egal ob klein oder gross, sind 60 Minuten Marschieren in zügigem Tempo problemlos zu bewältigen», so Hofer. Er ist sich aber bewusst: «Bei der heute grassierenden Bewegungsarmut der Menschen kommt manch ein Hund zu kurz.» Es sei daher kein Zufall, dass zu einem übergewichtigen Besitzer meistens auch ein übergewichtiger Hund gehöre. Fazit: Hundehalter leben nicht grundsätzlich gesünder als Nicht-Hundehalter. Regelmässige Spaziergänge an der frischen Luft wirken sich aber mit Sicherheit auf das Wohlbefinden und die Lebensqualität aus - von Zweibeinern ebenso wie von Vierbeinern. Ursula Känel  

 

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